Auch dieses Jahr fanden vom 5. bis 6. Oktober für die Klassen 8a und 8d und vom 6. bis 7. Oktober für die Klassen 8b und 8c die Klassenfindungstage im Donautal statt. Nach einer erlebnisreichen 2,5 stündigen Wanderung erreichten die Schüler*innen die Unterkunft in Hausen im Tal. Bei bestem Wetter fanden die erlebnispädagogischen Spiele im Freien statt. Die Schüler*innen hatten dabei viel Freude und lösten die Aufgaben mit viel Kreativität und Teamwork. Ein herzliches Dankeschön auch an das Team vom Haus Murmeltier, die uns hervorragend verpflegt haben.
Aktuelles

Klassenfindungstage der Klassen 8
- 2

Fahrt der J2 nach Dachau
Am 21. September fuhr die Jahrgangsstufe 2 des Hegau-Gymnasiums zum Konzentrationslager Dachau.
Von ihren Erlebnissen berichten zwei Schüler im Folgenden:
Am Montag, dem 21.09.2026, besuchte die J2 die KZ-Gedenkstätte Dachau. Uns war häufig von anderen erzählt worden, die im Winter in Dachau waren, als es kalt war und regnete. Doch als wir ankamen, schien die Sonne. Das machte einem umso mehr klar, dass Dachau kein Ort in einer anderen Welt ist, an dem die Sonne nie aufgeht. Es ist ein Ort mitten in unserer Welt, wo die Sonne im Sommer genau so scheint wie zu Hause. Unser Guide führte uns über das Gelände und erzählte uns viel Interessantes. So zum Beispiel, dass Dachau kein Vernichtungs-, sondern ein Arbeitslager gewesen wäre, weshalb die Bedingungen in anderen Lagern noch weitaus schlimmer ausgesehen hätten. Wir gingen über den Appellplatz, wo einem die Größe erst richtig bewusst wurde, liefen durch Gefängniszellen, in denen Menschen gefoltert wurden, und besichtigten eine nachgebaute Baracke, in der zur Zeit der höchsten Belegung ca. 500 Menschen in einem Raum schlafen mussten, der ursprünglich für 50 ausgerichtet war. Und das alles mit dem Hintergedanken, dass Dachau keines der schlimmsten Lager war. Relativ zuletzt erreichten wir das Krematorium. Durch die Gaskammer zu laufen, war ein enorm bedrückendes Gefühl. Auch die Brennöfen direkt dahinter zeigten eindrücklich, für wie wertlos ein Menschenleben gehalten wurde. Zudem betrachteten wir ein Denkmal, das auf dem Appellplatz zum Gedenken der Opfer errichtet wurde. Es beinhaltet verschiedene Symbole in unterschiedlichen Farben, die die Häftlingsgruppen repräsentieren. Es entstand in den 1960er Jahren unter dem Mitwirken von KZ-Überlebenden. Jedoch wurden die Symbole bzw. Farben bestimmter Gruppen weggelassen, beispielsweise das rosa Dreieck, das Symbol Homosexueller, sowie weitere Symbole. Sie waren damals als Opfergruppen des NS noch nicht anerkannt. Wir sahen: Der Nationalsozialismus war und ist zwar vorbei, damit aber nicht Ablehnung und Ausgrenzung unter Menschen. Wir lernten also viel, sowohl über die Geschichte als auch für unsere heutige Gegenwart. (von Lia Wöhrstein)
Der 21. September ist ein warmer Herbsttag, wir, alle ca. 70 Schüler der J2, haben uns gerade vor dem modernen Gebäude der „Gedenkstätte Dachau“ versammelt, noch ist die Stimmung ausgelassen, obwohl man bereits erahnen kann, was sich hinter dem Stacheldraht rechts von uns befindet. Was keiner ahnt: Wir sind bereits auf dem Gelände des Konzentrationslagers, im ehemaligen SS-Teil, ca. 7-mal größer als das Lager, in dem wirklich Menschen gefangen gehalten wurden. In den Gebäuden, in denen heute die Bayerische Bereitschaftspolizei stationiert ist, wurde noch vor einigen Jahrzehnten SS-Männern das Morden beigebracht. Als wir den Appellplatz erreichen, wird uns eigentlich erst das Ausmaß der Anlage klar, dennoch braucht es einiges an Vorstellungskraft, um sich die bis zu 60.000 Menschen vorzustellen, die hier jeden Morgen zum Appell antreten mussten. Wir verstummen, jeder versucht, sich diejenigen vorzustellen, die in dünnen Anzügen jeden Tag bei Eis, Kälte oder Sommerhitze stundenlang still stehen mussten, nur aufrecht gehalten von der Angst davor, dass man ihnen die Schwäche ansehen könnte und sie deshalb als nicht arbeitsfähig einstufen würde. Wir gehen weiter, durch Zellen für den Einzelarrest und Baracken für den Großteil der Häftlinge, durch die Einrichtung und die Erzählungen unserer Guide über willkürliche Erschießungen und darüber, wie Insassen die Überbleibsel ihrer verstorbenen Kameraden verbrannten, um der Kälte zu entfliehen, wird uns das ständige Klima der Angst und der Verzweiflung, was hier herrschte, klar. Wir sind alle froh, als wir kurz sitzen können, wohl wissend, dass so ein kurzer Moment zum Durchatmen den Insassen nicht gewährt wurde – in den hoffnungslos überfüllten Betten brachte selbst das Schlafen keine Ruhe. Am künstlerisch gestalteten internationalen Mahnmal der Gedenkstätte müssen wir lernen, dass Dachau kein Thema der Vergangenheit bleibt. Bis heute wird es bestimmten Opfergruppen, namentlich sog. „Asozialen“, „Berufsverbrechern“ und Homosexuellen, verwehrt, in dem Denkmal vorzukommen, weil sich Überlebende dagegen aussprachen. Der grausamste Teil der Führung steht uns zu diesem Zeitpunkt noch bevor. Die Gaskammer, in der Menschen teilweise bis zu 40 Minuten lang mit dem Giftgas um ihr Leben rangen, sowie die Galgen, die in Dachau weitaus häufiger Verwendung fanden, als auch die Krematoriumsöfen lassen uns erschauern. Keiner möchte hier lange bleiben, ein kurzer Blick wird den meisten gereicht haben. Als die Führung beendet ist, hat niemand das Bedürfnis, noch länger zu verweilen. Der Weg nach Hause führt erneut durch die Tür mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“, als wir sie durchqueren, denken wir noch einmal an die Menschen, die nie das Glück hatten, sie so zu durchqueren. Der Tag endet nach gut 5 Stunden im Konzentrationslager und verschafft uns das Gefühl, den Abgrund, der sich hier vor 81 Jahren auftat, ein wenig besser zu verstehen, aber auch das Gefühl, ihn nie so ganz verstehen zu können. (von Nils Anderson-Kikel)